Während viele auf die harte 50%-Leerraum-Grenze im Jahr 2030 blicken, übersehen sie die viel dringendere Deadline: den 12. August 2026. Ab diesem Tag greift eine Regelung, die eine der gängigsten Praktiken im Versandhandel zu einem teuren Risiko macht – die EU-Verpackungsverordnung (PPWR).
Das Problem: Effizienz von heute ist das Risiko von morgen
Jeder kennt es: Um Prozesse zu beschleunigen, wird für eine Bestellung von zwei Artikeln derselbe Standardkarton verwendet wie für sechs. Der leere Raum wird einfach mit Füllmaterial aufgefüllt. Das ist effizient, schnell und günstig. Bis jetzt.
Ab August 2026 gilt die Dokumentationspflicht zur Verpackungsminimierung (Art. 10 PPWR). Unternehmen müssen nachweisen können, dass ihre Verpackungen auf das notwendige Minimum reduziert sind. Standardbegründungen reichen künftig nicht mehr aus – erforderlich ist eine nachvollziehbare Dokumentation der getroffenen Entscheidungen.
Mehr als nur Kartongrößen: Die versteckte Komplexität
Dieses Beispiel kratzt nur an der Oberfläche. Die wahre Herausforderung der PPWR liegt in den Details, die oft übersehen werden:
- Die Verantwortungs-Falle:
- Wer ist für diese Dokumentation verantwortlich? Derjenige, der die Verpackung designt, oder der, der sie in Verkehr bringt? Die Unterscheidung ist rechtlich fundamental, in der Praxis aber oft unklar ‒ besonders bei Importen. Ein Fehler kann die gesamte Compliance-Strategie aushebeln.
- kurz: Welche Rolle(n) & Pflichten nach PPWR treffen auf uns zu? Hersteller, Erzeuger, Importeur …?
- Die Messmethoden-Unsicherheit:
- Wie genau wird Leerraum gemessen? Die EU-Kommission hat die offiziellen Messmethoden noch nicht veröffentlicht. Unternehmen müssen also eine Dokumentation aufbauen, ohne die finalen Prüfkriterien zu kennen. Das erfordert eine Strategie, die robust genug ist, um auch zukünftigen Standards standzuhalten.
Diese und viele weitere Punkte zeigen: Es geht nicht darum, einfach nur kleinere Kartons zu kaufen. Es geht darum, eine audit-sichere Prozess- und Dokumentationslandschaft aufzubauen.
Branchenvorreiter: Wie Technologie die Herausforderung löst
Dass eine proaktive Auseinandersetzung mit dem Thema Leerraum nicht nur Kosten spart, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil darstellt, zeigen Praxisbeispiele.
So hat bswp. die Soennecken eG mithilfe einer KI-basierten Lösung das optimale Verpackungsvolumen pro Auftrag berechnet und Kartons automatisch angepasst, um Leerraum zu minimieren. Dadurch kann das Unternehmen die Einhaltung der Verpackungsminimierung nachweisen und ist bereits auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorbereitet.
Die größte Hürde ist oft die Frage: Wo anfangen?
Option 1: Sie arbeiten sich selbst durch die PPWR-Verordnung und interpretieren die Anforderungen eigenständig.
Option 2: Sie nutzen eine strukturierte Schulung, die Ihnen die relevanten Inhalte einordnet und konkrete Handlungsschritte ableitet.
In unserer umfassenden PPWR-Online-Schulung, die wir gemeinsam mit l.i.d. entwickelt haben, gehen wir genau auf diese Fallstricke ein. Wir geben Ihnen nicht nur das Wissen, sondern auch die strategischen Werkzeuge an die Hand, um eine Verpackungsstrategie für Ihr Unternehmen zu entwickeln.
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